Meine Geschichte
Ich war schon immer etwas verträumt. Auch damals, als meine Mum mich verließ und ich allein blieb.
Ich lief über die sonnigen Wiesen. Eine kühle Brise wehte durch mein Fell und Schmetterlinge umtanzten mich. Eigentlich hatte ich Hunger, aber ich hatte keine Lust zu jagen. Viel lieber dachte ich über die Heilpflanzen nach, die meine Mum mir beigebracht hatte, und legte kleine Vorräte von ihnen an. Erst als ich fast über sie stolperte, bemerkte ich eine kleine Maus. Ich fing sie schnell. Im Schatten eines Busches setzte ich mich und aß die Maus hungrig. Dann machte ich wieder los. Ich fand Ringelblumen, die ich pflückte. Als es Abend wurde, war ich wieder hungrig. Schon wieder. Ich trabte zum Bach und fing einen großen Fisch. Morgen früh müsste ich nicht wieder jagen. Ich sah nach oben zu den hellen Sternen. Ich spürte eine merkwürdige Sehnsucht in meinem Herzen.
Mitten in der Nacht erwachte ich. In meinen Pfoten kribbelte es. Ich sah wieder zu den Sternen und endeckte eine Sternschnuppe. Ich wünsche mir, das ich ein neues Zuhause finde., dachte ich. Dann aß ich den Fisch und lief einfach los. Hin und wieder sah ich nach oben und orientierte mich an einem hellen Stern. Meine Pfotenschritte waren schnell und leise. Und die ganze Zeit fühlte ich mich geborgen. Die Müdigkeit kam langsam aber sicher. Kurz vor dem ersten Morgenrot rollte ich mich schließlich im Moos zusammen und schlief ein.
Etwas stupste mich an. Eine Katze miaute, aber ich verstand sie nicht. Ich war müde und spürte jetzt erst, wie anstrengend die Reise wirklich gewesen war. Wieder stupste mich etwas an. Ich öffnete ein Auge und blickte in das Gesicht einer hübschen goldfarbenen Kätzin. Schnell sprang ich auf. "Was machst du auf dem SonnenClan Territorium?", knurrte mich die Kätzin an. "I-ich...tut mir leid, ich...ich wusste nicht...", stammelte ich. Die Kätzin sah mich kalt an. "Wenn du keinen Grund hast, hier zu sein, verschwinde wieder!", sagte sie. Ich nickte eingeschüchtert und ließ mich von ihr zu der Grenze begleiten. Noch immer müde suchte ich mir dort einen Schlafplatz, nachdem ich eine Maus gefressen hatte.
Von einem lauten Jaulen wurde ich geweckt. Es kam von weiter her. Dann hörte ich einen Hund bellen. Ohne nachzudenken lief ich in die entsprechende Richtung. Ich bemerkte, das ich wieder im SonnenClan Territorium war, aber das störte mich nicht. Endlich kam mein Ziel in Sicht. Dort kämpften die goldene und eine schwarze Katze Seite an Seite gegen einen riesigen Hund. Ich stürmte vor und biss den Hund in die Flanke. Er drehte sich zu mir um, aber ich war längst weg. Diese Chance nutzte die schwarze Katze, um dem Hund auf den Rücken zu springen. Sie bearbeitete den Hunderücken kräftig mit den Krallen. Der Hund schnappte wild herum und erwischte die goldene Kätzin an der Schulter. Ich sprang vor und biss den Hund in die Kehle. Er rannte schmerzerfüllt weg. Die schwarze Kätzin schaffte es gerade noch, abzuspringen. Besorgt lief ich zu den zwei Katzen, die sich die Wunden putzten. Ich bedeutete ihnen zu warten und lief in den Wald. Schnell hatte ich Schachtelhalm, Kerbel und Spinnenweben zusammen und rannte zurück zu den beiden Katzen.
Ich versorgte die Wunden umsichtig. Ich war ganz in meinem Element. Die Katzen sahen mich die ganze Zeit erstaunt an, aber ich machte unbeeindruckt weiter. Schließlich waren alle Wunden mit verschiedenen Kräutern versorgt und ich setzte mich müde ins warme Moos. "Danke. Das war sehr mutig von dir. Du bist doch die kleine Katze, die gestern auf unserem Territorium war?", fragte mich die goldene Kätzin. "Gern. Genau die bin ich. Ich heiße Flieder.", antwortete ich schüchtern. "Ich bin Goldmond, Anführerin des SonnenClans. Tut mir Leid, dass ich gestern so unfreundlich war... und das hier ist Topasflamme, meine zweite Anführerin.", sagte die Goldene. Die schwarze Kätzin, Topasflamme, verneigte sich bei den letzten Worten leicht. "Früher nannte meine Mum mich Fliederteich. Sie erzählte von einem zerstörten Clan und das ich eigentlich Fliederjunges heißen müsste. Meine Geschwister verschwanden irgendwann und meine Mum hat mich vor Kurzem verlassen.", erzählte ich leise.
Bald geht's weiter ;)

